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Betrieb

Notdienst und Bereitschaft

Kurz gesagt

Ein Notdienst ist die Erreichbarkeit eines Betriebs außerhalb der regulären Arbeitszeit für Fälle, die nicht bis zum nächsten Werktag warten können. Im Handwerk gehören dazu typischerweise Wasseraustritt, Heizungsausfall in der Heizperiode, Stromausfall und Gasgeruch — die Abgrenzung legt jeder Betrieb selbst fest.

Ausführlicher

Der wirtschaftliche Kern des Notdienstes ist die Geschwindigkeit der Entscheidung, nicht die Geschwindigkeit der Fahrt. Wer bei einem Rohrbruch niemanden erreicht, wählt innerhalb von Minuten die nächste Nummer. Ein Notdienst, dessen Telefon auf die Mailbox läuft, existiert für den Anrufer nicht.

Zugleich ist der überwiegende Teil der Anrufe außerhalb der Geschäftszeit kein Notfall. Genau das macht die Bereitschaft teuer: Jemand muss erreichbar sein, um überwiegend Anliegen entgegenzunehmen, die bis morgen Zeit hätten.

Die Trennung von echtem Notfall und Tagesgeschäft ist deshalb der eigentliche Wert einer Telefonannahme außerhalb der Bürozeiten — nicht das Annehmen an sich.

Notdienst und Rufbereitschaft

Notdienst beschreibt das Angebot nach außen: Der Betrieb ist im Ernstfall erreichbar. Rufbereitschaft beschreibt die arbeitsrechtliche Innenseite: Eine Person muss erreichbar sein und binnen einer bestimmten Zeit einsatzfähig, wofür Vergütungsregeln gelten. Beides hängt zusammen, ist aber nicht dasselbe.

Was das für deinen Betrieb heißt

Leg fest, was in deinem Gewerk als Notfall gilt — meist reichen vier bis sechs Fälle. Alles darauf wird sofort an die Bereitschaft gemeldet, alles andere landet in der Tagesliste für den nächsten Morgen. Das ist der Unterschied zwischen einer Bereitschaft, die zwölfmal nachts angerufen wird, und einer, die zweimal fährt.